Technologie- und Innovationspark in Jena (TIP) soll im Landkreis weiter wachsen. Nähe zu Fraunhofer-Institut erwünscht. Erste Sondierungen bereits stattgefunden. Erweiterung würde Kreis nichts kosten.
Eisenberg/Hermsdorf. Der 1991 in Jena gegründete Technologie- und Innovationspark (TIP) soll im Saale-Holzland weiter wachsen: Wie Landrat
Andreas Heller (CDU) gestern auf Anfrage in Eisenberg erklärte, gebe es Überlegungen, am Standort Hermsdorf einen Ableger der Hightech-Schmiede zu installieren. Der Landkreis ist zu 24,4 Prozent an dem Gründerzentrum beteiligt, das über einen Standort am Beutenberg-Campus und in der Moritz-von-Rohr-Straße verfügt. Gegenwärtig haben 53 technologieorientierte Existenzgründer und Jungunternehmen im TIP preisgünstige Gewerbe- und Büroräume angemietet. Die Firmen beschäftigen rund 280 Mitarbeiter. Damit ist der Technologie- und Innovationspark überaus gut ausgelastet. Laut dem Beteiligungsbericht des Landkreises lag die Auslastungsquote im Jahr 2010 bei über 90 Prozent, das Technikum und der Standort in der von-Rohr-Straße waren das gesamte Jahr zu 100 Prozent ausgelastet. Heller sagte, sein Ziel sei es, Teile des Gründerparkes auch im Saale-Holzland zu installieren. So habe er bereits Gespräche mit LEG-Chef Andreas Krey geführt. "Ich könnte mir vorstellen, dass ein TIP-Ableger in unmittelbarer Nähe des Fraunhofer Instituts in Hermsdorf entsteht." Allerdings sei er für ein behutsames Wachstum am neuen Standort. "Wir wollen in Hermsdorf klein anfangen." Bei einem großen Objekt sei es schwer, dieses rasch mit jungen Gründern aus der Hightech-Branche zu füllen. Gemeinsam mit dem Hermsdorfer Bürgermeister Gerd Pillau habe er im Industriegebiet nach Alternativen, nach Räumlichkeiten gesucht. Eine Erweiterung des Technologie- und Innovationsparkes würde dabei den Landkreis keinen Cent kosten, wie der Landrat betonte. "Das würde über TIP-Eigenmittel und Kredite finanziert. Wir brauchen selber kein Geld in die Hand zu nehmen."
Jena, aber offensichtlich auch für den Landkreis bezahlt macht, behauptet man jedenfalls auf der offiziellen Website: "Nach erfolgreicher Startphase im Technologie- und Innovationspark Jena haben bis zum Jahr 2009 bereits mehr als 60 Unternehmen ihren eigenen Sitz in Jena oder dem Saale-Holzland-Kreis aufgebaut, mehr als 750 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen und damit nachhaltig die Entwicklung der Gewerbezentren in der Technologieregion Jena geprägt", heißt es dort. Auch im Landkreis ist man überzeugt, dass sich das Engagement bezahlt macht. Der Technologie- und Innovationspark sei ein unverzichtbarer Partner bei der Unterstützung von jungen Hightech-Firmen. Es biete jungen Existenzgründern, die von der Universität oder der Fachhochschule kämen, die Möglichkeit, den Unternehmensaufbau relativ kostengünstig zu realisieren. Die jungen Unternehmen würden nicht nur Kooperationen mit Technologieunternehmen in Jena, sondern auch im Umland, vornehmlich in Hermsdorf, suchen. Zwar würden sich nach Verlassen des Innovationsparks die Unternehmen überwiegend in der Wirtschaftshochburg Jena ansiedeln, man sei jedoch zuversichtlich, dass wegen der begrenzten Flächenkapazitäten in der Stadt die Firmen zunehmend auf das Umland ausweichen würden. "Das Amt für Wirtschaftsförderung steht hier jederzeit beratend zur Seite", heißt es aus dem Eisenberger Landratsamt. Auf Beiratsversammlungen informiere man regelmäßig über entsprechende Ansiedlungsmöglichkeiten. Der Landrat weiß natürlich um die Befindlichkeiten in Jena. Das Thema lasse sich aber lösen, ist er sich sicher.
Frank Kalla / 21.01.12 / OTZ